Die Kolumne von Hermann-Josef Thoben: Das Moor muss nass. Die Flurbereinigung kann helfen.

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Mehr als 35 Jahre hat sich Hermann-Josef Thoben mit der Entwicklung des ländlichen Raumes befasst. Das gebürtige Dorfkind war tätig in verschiedenen Behörden und Ministerien Schleswig-Holsteins. Er weiß, wie Politik und Verwaltung versucht haben, in den vergangenen Jahrzehnten den ländlichen Raum zu gestalten. Als Kolumnist schätzt er Sinn und Unsinn von Programmen und Gesetzen ein.

Guten Tag!
 
Bei der Arbeit an dieser Kolumne erhielt ich die Pressemitteilung des Bundeslandwirtschaftsministeriums zum Thema „Torfarm Gärtnern schützt das Klima“. Dabei fiel mir auf, dass die Themen Torf und Moor mich fast das ganze Leben privat und beruflich begleitet haben.

In meinem letzten Landbrief „Aus dem Maschinenraum der Landesplanung“ hatte ich bereits darauf hingewiesen, dass meine Wurzeln im Oldenburger Münsterland – genau im Dorf Neuscharrel, das heute zur Stadt Friesoythe gehört – liegen. In meinen Kinderjahren, also den 1950er- und 1960er-Jahren, war die Region geprägt von Mooren mit zum Teil erheblicher Ausdehnung.

So kann ich mich daran erinnern, dass ganze Familien in den Sommermonaten im Moor waren, um sich Brennmaterial für die kalte Jahreszeit zu sichern. Unsere Aufgabe als Kinder war es, den gestochenen Torf so aufzusetzen, dass er möglichst gut trocknen und noch vor dem Winter eingeholt werden konnte. Auch wenn die Arbeit schwer war, so verbanden wir mit Moor und Torf Wärme für den kommenden Winter.

Einige Jahre später, in den 1960er- und Anfang der 1970er-Jahre, haben wir als Kinder und Jugendliche die Kultivierung von Mooren mit riesengroßen Pflügen der Firma Wilhelm Ottomeyer aus Bad Pyrmont bestaunt. Beide Erfahrungen waren seinerzeit für mich nur positiv, da sie die Existenzen sicherten in einer für Menschen eher lebensfeindlichen Umgebung.

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